Fibre to the Home Grundversorgung

Glasfaser für die Stadt Bern

Der Gesamtenergiespezialist Energie Wasser Bern (ewb) erweitert das Grundversorgungsangebot um Telekommunikationsservices mit hohen Datenübertragungsraten. Optonet liefert die OTOs vorkonfektioniert als OptoCoils und die BEPs mit dem OptoPoint.

Glasfasern und die damit realisierbaren hohen Datenübertragungsraten sind insbesondere für Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung von grosser Bedeutung. Aber nicht nur Firmen profitieren von der Verfügbarkeit einer Hochgeschwindigkeits-Datenautobahn. Immer mehr Menschen streamen Filme und Musik; auch das Angebot an Onlinespielen und die dafür benötigten Datenraten wachsen laufend. Die stärkere Nutzung von zeitversetztem Fernsehen erhöht die Datenmengen zusätzlich, da jeder Fernseher, mit dem ein Programm nicht live mitverfolgt wird, einen eigenen Datenstream benötigt. Hinzu kommt, dass moderne Arbeitsmodelle wie Homeoffice keine Ausnahme, sondern eine gut angenommene Alternative zur Arbeit im Büro darstellen, Tendenz steigend. Angesichts solcher Entwicklungen stösst die herkömmliche Datenübertragung über Kupferkabel an ihre Grenzen. Diesen Trend haben die Kooperationspartner ewb und Swisscom bereits vor gut 8 Jahren erkannt und mit der Erschliessung privater Haushalte mit Glasfasertechnologie auf dem Berner Stadtgebiet begonnen.

Glasfaserausbau in Kooperation mit Swisscom

«Energie Wasser Bern ist als selbstständiges öffentlich-rechtliches Unternehmen in der Stadt Bern für die Versorgung mit Wasser, Gas, Fernwärme und Strom sowie für die Kehrichtverwertung und Mobilitätsdienstleistungen zuständig», erklärt Roland Aegerter, Leiter Projektmanagement von Energie Wasser Bern. Die Erweiterung des Grundversorgungsangebots mit FTTH-Netzwerk trägt den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung und bietet ewb weitere Möglichkeiten bei der Bewirtschaftung eines zunehmend intelligenten Stromnetzes. Für die Erschliessung wurde das Stadtgebiet zwischen zwei Kooperationspartnern aufgeteilt. Den einen Teil hat Swisscom bereits erschlossen (Swisscom Drop), den anderen Teil erschliesst ewb (ewb Drop). Im ewb Drop baut Swisscom von der Zentrale bis zum Übergabepunkt (Distribution Point DP) lediglich den sogenannten Feeder. Energie Wasser Bern wiederum ist verantwortlich für das restliche Teilstück vom Übergabepunkt bis zum Hausanschluss (Building Entry Point BEP). Die Grunderschliessung ist für die Eigentümer während des Rollouts kostenlos, sofern deren Verrohrung in der Liegenschaft durchzugsfähig ist. Wer sich zunächst dagegen entscheidet und zu einem späteren Zeitpunkt seine Liegenschaft nachträglich erschliessen möchte, trägt die Kosten selber. Trotz dieses finanziellen Anreizes erweist es sich nicht immer als einfach, die Eigentümer der Liegenschaften von den Vorteilen der schnellen Glasfasertechnologie zu überzeugen.

Optonet-Komponenten für die FTTH-Erschliessung

Die Wahl des Lieferanten der passiven optischen Komponenten für die FTTH-Erschliessung der Liegenschaften durch Energie Wasser Bern fiel unter anderem auf die Optonet AG Zuzwil. Ausschlaggebend war die Erfüllung eines umfangreichen Anforderungskatalogs innerhalb des vorgegebenen Preisniveaus. Nach Aussage von Energie Wasser Bern ist man mit der Optonet AG als Zulieferer sehr zufrieden. «Für uns ist in der Zusammenarbeit mit Optonet sehr wertvoll, dass wir unsere Anforderungen stellen können und diese prompt umgesetzt werden», erläutert Roland Aegerter. Das ewb-Logo auf den Komponenten war beispielsweise einer dieser individuellen Wünsche. Auch in funktionalen Aspekten setzt Optonet die Vorgaben um. So wurde speziell für ewb das Glasfaserkabel beim OptoCoil auf andere Weise als üblich eingelegt, um es mit weniger Aufwand in der Liegenschaft verbauen zu können.

Auch im Bereich Logistik erfüllt Optonet die Kundenwünsche. «Wir haben für unsere Produkte spezielle Bestellnummern nach den Vorgaben von ewb erstellt und führen eine Statistik über die verbauten Materialien», berichtet Kurt Studer, CEO der Optonet AG. «Die Logistikanforderungen werden entsprechend den aktuellen Kundenwünschen fortlaufend angepasst. Etwa zweimal pro Monat werden hierfür Absprachen getroffen.» Um Lieferengpässe auszuschliessen, betreibt Optonet für die ewb-Komponenten zudem eine garantierte Lagerhaltung. Zum Bild: Im ewb Drop baut Swisscom lediglich den Feeder von der Zentrale bis zum Übergabepunkt. Energie Wasser Bern ist verantwortlich für das restliche Teilstück vom Übergabepunkt bis zum Hausanschluss.

Optonet-Komponenten für Inhouse

Für die Inhouse-Erschliessung liefert Optonet die passiven optischen Komponenten, die von den ausführenden Installationspartnern bezogen werden. «Für die Inhouse-Erschliessung vom optischen Hausanschlusskasten bis zum Hauptanschluss OTO (Optical Telecommunications Outlet) in der Wohnung haben wir Werkverträge mit vier qualifizierten Elektroinstallationsunternehmen. Die Werknormen von ewb geben diesen Kooperationspartnern Materialien von Optonet vor, die sie bei der Installation verwenden dürfen. Hierzu gehört beispielsweise eine Auswahl von geeigneten Steckdosen und der optische Hausanschlusskasten», erklärt Thomas Hein, Projektleiter Inhouse-FTTH von Energie Wasser Bern. Die einheitliche Ausstattung der Inhouse-Installation ist dem städtischen Energieversorger nicht ohne Grund wichtig: «Für den Störungsfall haben wir einen Unterhaltsvertrag mit einem der Installationspartner. Für eine reibungslose und schnelle Behebung von Störungen ist es wichtig, dass deren Einsatztruppe immer die gleichen Komponenten vorfindet.» Bei der Vorauswahl der zu verwendenden Optonet-Komponenten achtete ewb zudem darauf, dass alle geforderten Parameter wie Wirtschaftlichkeit, Qualität und Nachhaltigkeit erfüllt sind.

Die Inhouse-Erschliessung vom optischen Hausanschluss bis zur Hauptanschlussdose muss von einem Installationspartner von ewb ausgeführt werden. Für das Signal und den Router beim Endverbraucher ist je nach Abschluss des Serviceprodukts der entsprechende Internet Service Provider zuständig.

Last but not least: der Endverbraucher

Ab dem Übergabepunkt in der Wohnung (OTO) übernimmt der Router des Providers, beispielsweise Energie Wasser Bern, die Datenverteilung. Die Wahl des Providers sowie die am Router angeschlossenen Geräte sind Sache des Endverbrauchers. In jedem Fall bedingt die Umstellung der Datenübertragung von Kupfer- auf Glasfaser jedoch einen neuen Router. «Grundsätzlich ist jede beleuchtete Faser eine gute Faser», erklärt Roland Aegerter. «Um den Return on Investment zu verbessern, sind wir jedoch daran interessiert, dass möglichst viele Endkunden, die mit FTTH erschlossen wurden, sich für unser Angebot ewb.INTERNET entscheiden.» Entsprechend fokussiert das Produktmarketing darauf, bestehenden und neuen Endkunden die Nutzung des ewb-Angebots schmackhaft zu machen.

Ausblick

Von den verlegten vierfaserigen Glasfaserkabeln werden bisher nur zwei verwendet, eine für ewb, eine für den Kooperationspartner Swisscom. Derzeit laufen bei ewb Pilotprojekte, um die beiden bisher ungenutzten Fasern des Kabels sinnvoll für die Realisierung zusätzlicher Kundenbedürfnisse zu verwenden, beispielsweise für die Inhouse-Kommunikation von Bürohäusern oder die Erfassung und Steuerung des Energieverbrauchs von Haushalten. Kommt es zu einer Umsetzung derartiger Projekte, werden neben den passiven auch aktive Komponenten für Glasfasernetzwerke benötigt. Wenn es soweit ist, steht Optonet auch hierfür gerne mit Know-how und seinem breiten Portfolio von aktiven Komponenten und Lösungen zur Seite.

Bilder: Energie Wasser Bern